Ausgerechnet der vor zwei Jahren als Aldi-Lieferant für Bio-Wasser gestartete Mopro-Riese Gropper muss ein harsches Urteil der Stiftung Warentest einstecken. Der Hersteller verteidigt sich und sieht die Schuld beim Gemeindebrunnen.
Die Watschn der Stiftung Warentest aus Anlass einer aktuellen Untersuchung von stillen Mineralwässern hätte kaum derber ausfallen können: Rieser Urwasser Bio still aus dem Hause Gropper sei das „einzige Wasser im Test, das mit Benzol belastet ist. Es stammt nachweislich aus der Rezyklatflasche – das ist vermeidbar.“ Zudem haben „natürliches Mineralwasser (...) laut MTVO seinen Ursprung in unterirdischen, vor Verunreinigungen geschütztem Wasservorkommen. Wir haben jedoch oberirdische Verunreinigungen nachgewiesen und halten die Bezeichnung ‚natürliches Mineralwasser‘ für fragwürdig.“ Warentest will in dem Wasser zudem das „Abbauprodukt eines Pestizids nachgewiesen“ haben. Das widerspreche „der eigenen Bio-Richtlinie. Laut Isotopenanalyse enthält das „Urwasser“ auch einen Jungwasseranteil, daher ist es nicht uralt.“ Die gekennzeichnete Quelle liegt zudem „nicht in der beworbenen Rieser-Region“.
Blöd nur: Der Molkerei-Gigant Gropper in Bissingen war erst im August 2019 via Aldi Süd ins Bio-Mineralwassergeschäft eingestiegen (INSIDE 834). Zertifiziert wurde Rieser Urwasser Bio still pikanterweise von der Qualitätsgmeinschaft Bio Mineralwasser e.V. im bayerischen Neumarkt. Gegenüber der Augsburger Allgemeinen ließ das Abfüllunternehmen Gropper mitteilen, es habe sich um eine „oberflächliche Verunreinigung“ gehandelt. Ein hydraulischer Kurzschluss am Gemeindebrunnen habe die Verunreinigung verursacht, so sei die ungewollte Beimischung „sehr geringer Anteile jüngeren Wassers in das 8000 Jahre alte Urwasser“ zustande gekommen. Es handle sich um einen Einzelfall.
Rieser Urwasser Bio still wird bei Aldi Süd für 59 Cent/1 Liter PET EW verkauft („regional verfügbar“). Wegen der Einweg-Verpackung stand die „Bio“-Marke früh in der Kritik. Die Abverkäufe bleiben laut INSIDERN eher überschaubar. Die Panne könnte das Projekt nun beenden.
Artikel aus INSIDE 882